Tablets in der Grundschule?

Veröffentlicht am 10.04.2019 in Gemeindenachrichten

Zum Leserbrief von Werner Lösch „Tablets für Sechsjährige“

Natürlich hat jeder Recht, der unsere Kinder vor Reizüberflutung durch Fernsehen, Radio, Computer und Handy bewahren möchte. Konzentrationsschwächen, Aufmerksamkeitsdefizite und Wahrnehmungsstörungen werden richtigerweise mit dem unsachgemäßen Konsum digitaler Medien in Zusammenhang gebracht. Unsere Kinder sollen fühlen, schmecken riechen und begreifen. Vom Apfel am Baum bis zum Apfelsaft im Glas hautnah dabei sein, auf dem Wandertag erkennen, wie wichtig Insekten für eine intakte Natur sind usw. Also ganz klar mit Kopf, Herz und Hand das Leben begreifen.

 

Warum nun also Tablets in der Grundschule?  Falsch verstandene Modeerscheinung, nur weil das Schlagwort in aller Munde ist und weil es dafür Fördermittel gibt? Keineswegs:

Die Grundschule von heute nutzt  viele Zugänge zum Kind:  Der neue Bildungsplan fordert dieses auch richtigerweise unmissverständlich ein. Die Kinder erleben Wissensvermittlung über die Lehrersansprache, den Tafelanschrieb, das Schulbuch, die themenbezogene Exkursion, über die Gruppenarbeit und eben auch über neue Medien. Das Tablet bietet wie das Buch Text und visuelle Darstellung, ist aber darüber hinaus interaktiv und kommt damit insbesondere der Heterogenität der Schüler entgegen. Es ermöglicht über die präzis zugeschnittene Lernsoftware  Differenzierung nach Niveaustufe und Zeitbedarf.

Darüber hinaus ist das Einüben des verantwortlichen Umgangs mit neuen Medien wichtig. Natürlich kommen  heute die Menschen schon im Kindesalter in Berührung mit Internet, elektronischen Spielen und einer Vielfalt von Apps. Das zu ignorieren und es dem Zufall oder gar windiger Geschäftemacherei zu überlassen ist fahrlässig. Die Grundschule soll die Basiskompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben schaffen. Da gehört heute der verantwortungsvolle Umgang mit modernen Medien selbstverständlich dazu.

Leider haben unsere Grundschulen aktuell diese Ausstattung nicht. Bei den Besuchen der SPD in Nagolds Schulen haben wir in den verschiedenen Schulen immer wieder das Thema mangelnde digitale Ausstattung gehört. Das muss geändert werden, damit die Lehrerinnen und Lehrer den Bildungsplan erfüllen können.

Daniel Steinrode

Vorsitzender der SPD Fraktion

Nagold- Vollmaringen

 

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