Bis 2050 soll der gesamte Strom in Baden-Württemberg mit erneuerbaren Energien erzeugt werden

Veröffentlicht am 04.03.2011 in Wahlen

Rainer Prewo in Gruppe
  • Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Rainer Prewo informierte sich in Schömberg über den Einsatz erneuerbarer Energien bei Privatleuten und kleinen Unternehmen.

Bis zum Jahr 2020 will die SPD rund 50 Prozent des elektrischen Stroms in Baden-Württemberg über erneuerbare Energien erzeugen. „Unser Ziel ist es außerdem, bis zum Jahr 2050 die gesamte Stromversorgung im Land mit erneuerbarer Energie zu gewährleisten“, sagte Dr. Rainer Prewo bei einem Energiespaziergang in Schömberg. „Das können wir auch – wir brauchen nur den eingeschlagenen Weg zielstrebig fortsetzten statt die Entwicklung abzubremsen.“ Parallel, so der SPD-Landtagsabgeordnete und Wirtschaftsexperte werden die Atommeiler nach und nach abgeschaltet und auch die Nutzung fossiler Energieträger wird entbehrlich.

Dabei gehe es nicht nur um den Klimaschutz. Es gelte auch, sich aus der Abhängigkeit von den Lieferanten der Energieträger wie Gas, Öl oder Uran zu lösen. Durch die Unterstützung kleiner und alternativer Energieträger werde zudem der Technologie- und Preiswettbewerb gefördert und so die bestehenden Oligopol-Strukturen der Energieerzeuger gebrochen. Nur ein Wettbewerbsmarkt könne den kontinuierlichen Preisanstieg bremsen. Auch die internationale Technologieführerschaft Deutschlands bei den erneuerbaren Energien sei damit gewahrt. „Gerade die Erneuerbaren schaffen Arbeitsplätze“, ist Prewo überzeugt. Großes Potenzial sieht der SPD-Landespolitiker vor allem beim Ausbau der Windkraft. Nach Expertenberechnungen könnten mit rund 900 leistungsfähigen Windkraftanlagen jährlich rund sieben Terawattstunden Energie erzeugt werden. „Wir haben in Baden-Württemberg noch einen riesigen Nachholbedarf“, betonte Prewo und verwies darauf, dass im Südwesten derzeit nur rund 300 Windkraftanlagen in Betrieb seien, während allein in Nordrhein-Westfalen bereits die zehnfache Menge an Windkrafträdern Strom erzeuge. „Der Anteil der Windkraft macht nur rund 0,9 Prozent der gesamten Stromerzeugung im Land aus“, sagte Prewo. Umso erfreulicher für den SPD-Politiker, dass in seinem Wahlkreis eine der ersten baden-württembergischen Anlagen steht. Diese war 1998 in Schömberg errichtet worden, seither produziert sie jährlich bis zu 1000 Kilowattstunden. Dass der Schömberger Teilort Langenbrand für die Aufstellung weiterer Windkraftanlagen geeignet ist belegt eine Studie, in der die Standorte mit größtmöglicher Windernte in der Region ausgewiesen sind. Bis zu sieben Anlagen könnten laut Helmut Andrä, dem stellvertretenden SPD-Ortsvereinsvorsitzenden, in dem Gebiet mit guter Windhöffigkeit aufgestellt werden. Potenzial bei der Steigerung der Energiegewinnung sieht Rainer Prewo auch im Bereich der Photovoltaik. Bis zum Jahr 2020 könnten etwa sechs Terawattstunden Strom – ein Achtel des gesamten Strombedarfs in Baden-Württemberg – mit Hilfe der Sonne erzeugt werden, wenn das Wachstum so weitergeht wie bisher. Dass die erneuerbaren Energien bereits 2020 die Hälfte des Strombedarfs im Land decken könnten, zu diesem Ergebnis wäre unlängst auch die LBBW in einem Report gekommen, sagte Prewo. In Schömberg gibt bereits gute Beispiele für die Nutzung der Photovoltaik. Der Reiterhof Bohnenberger, die Schlosserei Theurer und die Firma Holzbau Keppler erzeugen auf ihren Dächern bereits erfolgreich umweltfreundlichen Strom. Rund sechs Terawattstunden sei auch der Energieanteil, der durch Wasserkraft erzeugt werden könne. Hier sei aber das größte Potenzial bereits ausgereizt. Nicht so bei der Geothermie: Mittel- und langfristig könnten hier bis zu fünf Terawattstunden Strom gewonnen werden. Bis eine effektive Nutzung möglich sei, würden aber wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Nicht zu verachten ist die Energieerzeugung aus Biomasse. Bis zu 4,5 Terawattstunden seien zu schaffen, so Prewo, ohne dass dafür landwirtschaftliche Flächen zum Anbau von Energiepflanzen wie Mais genutzt würden. „Biogasanlagen werden von der SPD nur unter bestimmten Bedingungen als sinnvoll erachtet“, sagte Prewo. Eine Zulassung von Maismonokulturen werde es nicht geben, die Ackerflächen sollten auch in Zukunft primär der Futter- und Nahrungsmittelproduktion dienen. Die Nutzung von Holz zur Energiegewinnung ist nach der Einschätzung Rainer Prewos im Nordschwarzwald aber überaus sinnvoll. In Nagold, darauf verwies der ehemalige Nagolder OB, sei 1997 die erste große Holzhackschnitzelanlage zur Beheizung mehrerer öffentlicher Gebäude realisiert worden. Diese Anlage laufe bis heute störungsfrei. Ähnliches wusste auch Wilfried Bohnenberger vom gleichnamigen Reiterhof zu berichten, der seit Jahren mit Holzhackschnitzel heizt. Dass gerade beim Heizen mit Holz ein guter Wirkungsgrad erreicht wird, erläuterte im Zuge des Energiespaziergangs auch der Kamin- und Kachelofenbauer Peter Freiburger. Die stete Verbesserung der Feuerungsanlagen habe zu sehr hohen Wirkungsgraden geführt, bei optimalem Betrieb. „Eine gute Einweisung ist hier aber unerlässlich“, betonte Freiburger. Interessante Zukunftsentwicklungen sieht der SPD-Landtagsabgeordnete auch bei der Nutzung von Anlagen der Kraft-Wärmekopplung.

 

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