

Haiterbach-Oberschwandorf. Einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit des Handwerks erhielten die SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und der Bundestagsabgeordnete sowie Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverteidigungsminister, Nils Schmid, bei ihrem Besuch der Holzbau Harr GmbH. Im Gespräch mit Geschäftsführer Tobias Zajec und Timo Müssigmann, der den Bereich Holzbau/Zimmerei verantwortet, diskutierten die Gäste aktuelle Herausforderungen des Handwerks.
Tobias Zajec berichtete über die bewegte Geschichte des Familienunternehmens. Gegründet vor 75 Jahren vom Großvater des heutigen Geschäftsführers und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in Oberschwandorf, beschäftigt das Unternehmen heute 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
In früheren Jahren spielte der Messebau eine bedeutende Rolle. In Spitzenzeiten erzielte das Unternehmen hier Umsätze von über einer Million Euro – unter anderem mit namhaften Kunden wie Rolf Benz. „Das Messegeschäft hat sich aber grundlegend verändert“, erläuterte Zajec. Die Zahl der Messen sei zurückgegangen, viele Firmen seien dort nicht mehr vertreten. Inzwischen entfallen über 80 Prozent des Geschäfts auf die klassische Zimmerei, insbesondere auf den Bau von Wohnhäusern. In den vergangenen Jahren wurde gezielt in den Holzbau investiert – vor allem im Bereich Neubau von Einfamilienhäusern. Dabei erfolgt die komplette Konstruktion im eigenen Haus und macht damit wetter- und temperaturunabhängiges Arbeiten möglich.
Beim anschließenden Rundgang durch Produktion und Konstruktionsabteilung führten Timo Müssigmann und Tobias Zajec die Gäste durch den Betrieb und erläuterten die einzelnen Arbeitsschritte – von der Planung am CAD-Arbeitsplatz bis zur Fertigung in der Werkhalle. Verarbeitet wird überwiegend Holz aus der Region.
Auf die Frage von Nils Schmid, ob es schwierig sei, öffentliche Aufträge zu erhalten, erklärte Zajec, dass das Unternehmen über einen großen, gewachsenen Kundenstamm verfüge und daher nicht zwingend auf öffentliche Aufträge angewiesen sei. Daniela Steinrode kritisierte die Schwierigkeiten für Kommunen und Unternehmen, die mit öffentlichen Ausschreibungen verbunden seien: „Hohe bürokratische Auflagen machen öffentliche Ausschreibungen schwerfällig und teuer.“ Zudem werde vielfach der günstigste Anbieter bevorzugt, der aber nicht immer unbedingt der ideale Partner für Kommunen sei.
Im Wohnungsbau sieht das Unternehmen Potenzial für günstigere Baukosten – insbesondere durch stärkeres serielles Bauen. Die klare Botschaft von Zajec und Müssigmann dabei an die Politik lautete: Bauen müsse einfacher werden, Verfahren schneller und Bürokratie spürbar reduziert.
Daniela Steinrode und Nils Schmid unterstrichen die zentrale Bedeutung des Mittelstands und des Handwerks. „Gerade im ländlichen Raum sind sie der Motor und das wirtschaftliche Rückgrat. Sie sichern Arbeitsplätze vor Ort, die oftmals weniger anfällig sind für internationale wirtschaftliche Schwankungen“ betonte Steinrode. Nachhaltiges Bauen mit Holz und regionale Wertschöpfung seien Zukunftsfelder, die politisch unterstützt werden müssten, unterstrich der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid.
Der Besuch bei Holzbau Harr habe gezeigt, wie Tradition, Innovationskraft und regionale Verantwortung im Handwerk erfolgreich zusammenwirken. „Solche Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden“, so Daniela Steinrode abschließend.
17.04.2026, 18:30 Uhr
Vorankündigung der Jahreshauptversammlung
Ort: Alte Post, Bad Herrenalb
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