Die SPD im Kreis Calw

 

Antrag der Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen zum Thema Erziehungsberatung im Kreis Calw

Veröffentlicht in Kreistagsfraktion

Vor knapp 2 Jahren wurde von den Fraktionen der SPD und der Grünen ein Antrag auf Erhöhung der Planstellen in der Erziehungsberatung eingebracht. Damals wurde vom Plenum lediglich beschlossen, einen weiteren Stellenabbau in der EB nicht durchzuführen. Außerdem hat das Gremium eine Gesamtübersicht über alle Beratungsangebote in unserem Landkreis von der Verwaltung gefordert.

Im November 2007 wurde dies im Jugendhilfeausschuß von Kreisrat Grieshaber angemahnt und vom Ausschuß beschlossen, dass diese Übersicht bei der nächsten Sitzung vorgelegt werden sollte. Bei der nächsten (9.) Sitzung des Jugendhilfeausschusses lag diese Übersicht nicht vor und wurde nun auch von anderen Kreisräten angemahnt.

Wir erwarten, dass die Gesamtübersicht über die Angebote im Bereich der Erziehungsberatung in unserem Landkreis in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorgelegt wird und beantragen dass sie danach noch vor der Sommerpause im Kreistag beraten wird.

Wir gehen davon aus, dass der Bericht aufzeigen wird, dass im Landkreis Calw ein Mangel an niedrigschwelligen Angeboten in der Erziehungsberatung besteht. Die Debatte muß deshalb vor der Sommerpause geführt werden, damit rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen eine Erhöhung der Stellenzahl beschlossen werden kann.

Statistisch hat der Kreis Calw mit Abstand die wenigsten Stellen im Bereich der Erziehungsberatung in Baden Württemberg. Wir fordern deshalb, die Planstellen für die Erziehungsberatung auf mindesten 4 Stellen zu erhöhen. Es sollte künftig im Kreis mehr Anlaufstellen für Erziehungsberatung geben, damit sie für alle Betroffenen wohnortnah angeboten werden kann. In diesem Zusammenhang sollte auch über eine mögliche Zusammenarbeit mit freien Trägern bzw. Vertretern der Wohlfahrtsverbände diskutiert werden.

Begründung:

Den Bericht der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Baden-Württemberg- LAG- der sich fast ausschließlich auf Daten des statistischen Landesamts bezieht und vom Landkreistag verschickt wurde, als Veröffentlichung eines Interessenverbands der Diplompsychologen abzutun, wie es die Verwaltung bei der Diskussion im Jugendhilfeausschuß getan hat, ist sicherlich nicht angebracht. Wir müssen uns im Kreis CW schon die Frage stellen, weshalb wir nachweislich weniger Erziehungsberaterstellen haben als alle anderen Landkreise.

Es ist richtig, dass man wegen unterschiedlicher Herangehensweise der einzelnen Landkreise nicht alles über einen Kamm scheren darf und dass auch im Rahmen der Familienhilfe Erziehungsberatung geleistet wird, aber dies trifft natürlich auch für alle anderen Kreise zu. Um hier einen besseren Einblick und Vergleich zu haben, brauchen wir den oben angemahnten Bericht.

Was uns dringend fehlt und im Jugendhilfeausschuß auch von verschiedenen Mitgliedern und von Seiten vieler Lehrer, Erzieherinnen und Ärzte bestätigt wird, ist ein ausreichendes niederschwelliges Beratungsangebot. Dies können Schulen, Vereine und Jugendhäuser nicht nebenher anbieten, zumal ja auch an fast allen Schulen die Sozialarbeiterstellen fehlen.

Die Familienhilfe des ASD macht eine gute Arbeit, sie ist aber kein niederschwelliges Angebot. Es wird eine Akte angelegt, es werden Berichte über die Familie geschrieben, es gibt Auflagen und ggf muß das Jugendamt weitere Maßnahmen zum Wohl der Kinder einleiten. Bundes- und Landesweit wächst laut Untersuchung der LAG der Bedarf an Beratung in Erziehungsfragen.

Familienstrukturen sind in den letzten Jahren in vielen Fällen weniger stabil, die Anzahl der Ehescheidungen und der Alleinerziehenden wächst, viele Kinder und Jugendliche erleben Umbrüche und Belastungssituationen, in denen sie und die Erziehenden Hilfe benötigen.

Gute Beratung, die schnell und leicht erreichbar ist, hat auch eine präventive Funktion. Häufig erübrigen sich danach weitere Maßnahmen wie z.B. Maßnahmen im Rahmen der Familienhilfe. Auch psychotherapeutische Therapie kann häufig vermieden werden, wenn eine Verhaltensauffälligkeit rechtzeitig erkannt wird, bevor sie zur chronischen Verhaltensstörung wird und das Kind ausgegrenzt wird.

In vielen Kreisen ist die Erziehungsberatung nicht oder nicht ausschließlich an das Landratsamt gebunden, sondern wird auch von Trägern der Wohlfahrtsverbände oder auch von freien Trägern angeboten. Auch sind häufig außer Diplompsychologen Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Heilpädagogen dort tätig. In dieser Richtung sollten bei uns im Landkreis ebenfalls neue Wege angedacht werden. Dadurch wären die EBs leichter erreichbar und könnten wohnortnäher angeboten werden.

Aus der Statistik der LAG können wir klar ersehen, dass der Kreis Calw das absolute Schlusslicht aller Landkreise in Baden-Württemberg bezüglich der Planstellen in den Erziehungsberatungsstellen ist. Die Empfehlung des Bundesfamilienministeriums lautet 4 Fachkräfte auf 10 000 Kinder und Jugendliche. Wir erreichen in unserem Kreis nicht einmal 1/8 dieser Quote. Der Kreis Biberach, zweitletzter in der Statistik, hat doppelt so viele Planstellen wie wir bezogen auf die Zahl der Kinder und Jugendlichen .

Wir nennen uns kinderfreundlicher Kreis. Erziehungsberatung bedeutet, wir stehen unseren Kindern und Jugendlichen auch in schwierigen Situationen bei.
Wir müssen mehr tun in Sachen Erziehungsberatung- der letzte Platz im Land sollte uns nicht gut genug sein!


Beschluß des SPD-Kreisvorstands

In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Baden-Württemberg e.V. des Fachverbands der institutionellen Erziehungsberatung im Land, wird festgestellt, dass der Landkreis Calw mit 0,4 Erziehungsberatungsstellen pro 10.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre die geringste Erziehungsberatungsdichte von allen Kreisen in Baden-Württemberg aufweist.

Studie der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Baden-Württemberg e.V

 

Daniel-Steinrode.de

 

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